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Schloß und Herrschaft Grumbach bis zum Jahr 1575

Ab dem 13.Jahrhundert wurde das Amt Grumbach von Rittern, adligen Dienstmannen und Edelknechten ver-waltet. 1290 starb auf der Burg Grumbach der schon 1279 als Burgmann genannte Ritter Berthold von Grum-bach. Seine fünf Söhne erbten das Lehen. Drei von ihnen gehörten dem Johanniterorden in Herren-Sulzbach an; sie bekamen die Kirche in Herren-Sulzbach und das Hofgut Schönborn.

Urkunde 1290

1310 ist Phileman, Edelknecht von Grumbach, der Herr über diese Dörfer, gestorben. Ihm folgt 1318 Junker Wenzel (Wentgen) von Mulenstein, der sich „Edelknecht und Herr von Grumbach“ nannte.  Ihn bat  „Joannes Wildgravius Dunensis“ (Wildgraf Johannes v. Dhaun) in einem Schreiben im November 1318 den Streit bei-zulegen, der um das Kloster Offenbach geführt wurde. Noch kurz vor seinemTode im Jahre 1344 wurde er als Schiedsrichter angerufen: eine Agnes v. Dhaun und ihre Söhne versöhnten  sich in ihrem Streit mit Wildgraf Friedrich zu Kyrburg. Die Junker Mulenstein besaßen in der „Grundherrschaft des Eßweiler Tals“, zu der die Orte Eßweiler, Hund-heim mit der Wüstung und Pfarrkirche Hirsau, Nerz­weiler, Hinzweiler, Aschbach mit der Wüstung Neder-Aschbach, Oberweiler im Tal, Hachenbach, Horschbach und Elzweiler gehörten, reichen Grundbesitz.

Wappen Mulenstein Wappen der Mulenstein von Grumbach

Vermutlich der Sohn des Wentz Mulenstein, mit Namen Johann, erhält 1352 durch den Wildgrafen Friedrich I. von Kyrburg ein Mannlehen mit Gütern zu Münster-appel. Der Nachfolger Hermann Mulenstein von Grumbach tritt am 29. Juni 1364   für „zehen gülden Heller“ in die Dienste des Grafen Johann III. von Sponheim-Starkenburg.
Dessen Sohn Hermann (II.) erhält noch die Dörfer Ehlenbach und Wieselbach, die nicht zum Amt Grumbach gehörten.  1374 wurde von Hermann Mulenstein von Grumbach bekundet, dass er von Otto III., Wild- und Rheingraf von Kyrburg, mit dem Gut Leylbach (Löllbach) belehnt worden ist. Er war ein Enkel von Junker Wentgen von Mulenstein.   
1438 be­siegelt Johann Mulenstein (II.) als Amtmann zu Meisenheim den Teilungs- und Erb­folgekontrakt zwischen dem Pfalzgrafen Stephan und seinen fünf Söhnen. Inzwischen scheint der Mulensteiner zu einigem Wohlstand gekommen zu sein, denn er tritt 1439 als Geldverleiher auf.
1453 wurde Johann Mulenstein von Grumbach als „Rat des Herzogs Ludwig I. von Pfalz-Zweibrücken erwähnt. Nach seinem Tode verheiratet sich seine noch junge Frau mit dem Ritter Cratz von Scharfenstein, der nunmehr Herr von Grumbach wird.
Am 22.Juli 1338 bekundet Bertram Genge, Ritter von Lycinburg (Lichtenberg), daß er Burgmann zu Grumbach geworden ist und daß er davon jährlich 15 Pfd. Heller von dem Amtmann von Offenbach zu bekommen habe.

 

Stammtafel der Edelknechte und Ritter Mulenstein von Grumbach

1318 - 1344    Wentzel (Wentgen) Mulenstein  v.  Grumbach     
         - 1323    Hermann Mulenstein   I.
         (wahrscheinlich waren beide Brüder)
1352 - 1360    Johann Mulenstein I. von Grumbach
1364 - 1381    Hermann Mulenstein II. von Grumbach
1387 - 1434    Hermann Mulenstein III. von Grumbach (hat Geschwister)
1423 - 1453    Johann Mulenstein II. von Grumbach
                       ux. Eva Kratz von Scharfenstein; in 2. Ehe: Richard v. Lewenstein

 

Der Weg bis zur selbständigen Herrschaft Grumbach war nicht leicht und nicht erfreulich. Es ist nicht fest-zustellen, welche genauen Gründe dazu geführt haben mögen, daß die Herrschaft Grumbach in diesen Jahr-hunderten oft an fremde Herren verpfändet und verliehen wurde. Wahrscheinlich waren Geldgeschäfte die Ursache.
1242 verpfändete Wildgraf Konrad II. Schloß und Herrschaft Grumbach an den Herzog von Brabant, der sich durch seine Prachtentfaltung und seine märchenhaft schönen Schlösser an der Scheide einen Namen gemacht hat. 1363 wird der halbe Teil an Burg, Stadt und Land Grumbach an den Grafen von Sponheim-Starkenburg verpfändet, dazu die Dörfer Offinbach, Huszwilre, Kesewilre, Hoenberg, Soltzbach, Dynberg, 2 Jekinbach, Landevilre, Kirwilre und Shonenbrunn.
1443 überträgt der Wild- und Rheingraf dem Grafen Friedrich von Veldenz die Schutzherrschaft über die Bürger in dem Tal Grumbach und über die armen Leute in den oben genannten Dörfern und über Boppure. 1448 verkauft der Wild- und Rheingraf zu Dhaun dem Herzog Stephan von Pfalz-Zweibrücken-Veldenz das Schloß und das Tal Grumbach sowie eine Anzahl Dörfer.

Um 1550 setzten die Wild- und Rheingrafen einen eigenen Beamten, den Peter Scheurer, zur Verwaltung der Herrschaft in Grumbach ein. Dieser Scheurer hatte keinen guten Ruf. Überall war er als Geizkragen und Zins-wucherer verschrieen. Sein Sohn, der Pfarrer Abraham Scheurer von Sulzbach, hatte deswegen viel Ärger mit ihm.
1555 bekannte sich auch Wild- und Rheingraf Philipp Franz von Dhaun öffentlich zu Luthers Lehre. Damit war für die Sulzbacher Ordensniederlassung das Ende gekommen. Ordensmeister Fürst Georg Schilling von Kanstatt veranlasste 1556 die Pfarrei Sulzbach mit allen Einkünften und Rechten gegen einen Jahreszins von 100 Gulden an das Wild- und Rheingräfliche Haus zu Grumbach zu verpachten. Und 50 Jahre später, am 23.April 1606 führten die Commissare des Herrn Weypert, Meister des Johanniterordens in Deutschland, mit den Vormündern der Grafen Johann und Adolf die Verhandlungen über den endgültigen Verkauf.

Der in Mainz geschlossene Vertrag hat folgenden Wortlaut:
„Wir, Weypert von Gottes Gnaden, der Meister und gemeine Pfleger und Commenteur St. Johann-Ordens in Teutschen Landen, verkaufen die bei dem Hause Grumbach gelegene und Herren-Sulzbach genannte Pfarrei mit allen Zugehörungen, als Haus, Höfe, Scheuern, Ställe, Gärten, samt allen Gütern, Gefällen, Renten, Zinsen, Gülten, Zehnten, Weingärten usw., ausgenommen 34 Malter Korn zu Moschel und Deschemoschel an das Wild- und Rheingräfliche Haus zu Dhaun und Grumbach für 3200 Gulden.“
Viele adlige Häuser, Ritter, Freie und Halbfreie hatten im Laufe der Zeit in der Herrschaft Grumbach Besitz-ungen erworben. Die Boos von Reipoltskirchen, die Blick von Lichtenberg, die Montforts, die Boos von Waldeck, die von Wachenheim, von Löwenstein, die Hubenwies von Odenbach, die Stomp von Simmern, die Muhlensteins und viele andere besaßen hier Hofgüter mit vielen Äckern, Wäldern und Wiesen. Dem Johanniterorden von Sulzbach gehörten mehrere Höfe mit zusammen 500 Morgen Land, dem Benediktinerkloster St. Marien in Offenbach gehörte der Liebfrauenhof zu Hohenrodt, ein Gut in Jeckenbach, 2 in Langweiler, eins in Sulzbach, der Probstwald und ein Wingert in Deimberg und in Buborn noch 120 Morgen Land, die einst der Raubritter Albrecht nach seiner Bekehrung 1150 der Abtei geschenkt hatte.Mit den Grundrechten waren auch Rechte an Leib und Leben der Untertanen verbunden, sowie in Einzelfällen Rechte an der Gerichtsbarkeit, an der Collatur usw. Da diese Rechte nicht immer genau abgegrenzt waren, entstanden viele Streitigkeiten und Prozesse. Überall gab es Möglichkeiten des Anstoßes und der Verwirrung.