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Politische Entwicklungen und Ereignisse im Amt Grumbach seit 1814

  

Verwaltungsgliederung

 

Im Pariser Frieden des Jahres 1814 wurde bestimmt, dass Frankreich die annektierten Länder links des Rheins zurückgeben müsse. Hunsrück und Westrich waren nun wieder deutsch. Das Gebiet zwischen St. Wendel und Grumbach wurde auf dem Wiener Kongreß dem Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld zugesprochen. Nach  vorübergehender österreichisch-bay-erischer Verwaltung mit dem Regier-ungssitz in Kreuznach nahm der Herzog von Coburg am 11. September 1816 Besitz von diesem Gebiet, das mit Dekret vom 24. Februar 1819 den Namen „Fürstentum Lichtenberg“ erhielt.

 

 

 

 

 

 

     - Die Verwaltungsgliederung
                 im Jahre 1818 -

 

 

Die politische Neueinteilung wurde nicht überall begrüßt. So schreibt Pfarrer Spener aus Herren-Sulzbach darüber am 8. März 1818: „Wir sind jetzt sachsen-coburg-saalfelderisch, Lauterecken ist bayrisch, Meisenheim hessisch, Kirn preußisch und Oberstein oldenburgisch, und so kann man in wenig Stunden durch 5 Herren Länder reisen und will man das hessen-darmstädtische hinzunehmen, wo gleich unter Meisenheim angeht, durch 6 Herren Länder. Die Bayern sind am Vergnügtesten, weil sie nach den alten liberalen Restitutio­nen behandelt werden und noch wenige Veränderungen sind gemacht worden. Die Hessen und Oldenburger sind sehr mißvergnügt, da sie durch die Organi­sation wieder einen starken Schritt rückwärts gemacht haben, die Preußen wer­den mit dem Soldatenwesen sehr gequält. Wir leben noch in Hoffnung, können noch nicht klagen, da alles noch seinen gewohnten Gang geht, unsere Regie­rung einen guten Willen zeigt und mit der Organisation zögert, um etwas voll­kommenes zu liefern. Die Zeit wird es lehren.“

Die französische Gesetzgebung wurde, soweit einzelne Verordnungen nicht auf­gehoben waren, beibehalten. Durch landesherrliche Verordnung vom 27. April 182l erhielt das Fürstentum eine ständische Verfassung und eine Verwal­tungskörperschaft, die man Landrat nannte. Der Landrat bestand aus 7 Mitglie­dern, von denen 2 aus dem Kanton Grumbach gewählt wurden. Die Wahl er­folgte durch 50 Wahlmänner, darunter 13 aus dem Kanton Grumbach. Der Re­gierungssitz war St. Wendel, wo sich auch das Landgericht befand.

Am 1. Oktober 1822 erhielt das Fürstentum Lichtenberg eine neue Einteilung, die sich eng an die frühere französische Einteilung anlehnte. Es wurden die 3 Kantone geschaffen: St. Wendel, Baumholder und Grumbach. Der Kanton Grumbach bestand aus den Bürgermeistereien Grumbach und Sien. Zur Bür­germeisterei Grumbach gehörten die Dörfer: Grumbach, Buborn, Kappeln, Deimberg, Hausweiler, Homberg, Kirrweiler, Langweiler, Merzweiler, Nieder­alben, Niedereisenbach, Oberjeckenbach, Offenbach, Sulzbach, Unter-jeckenbach und Wiesweiler.
Den Einwohnern von Offenbach gefiel es nicht, daß das Bürgermeisteramt in Grumbach war, sie wünschten, dass es nach Offenbach verlegt würde. Darum richteten sie 1830 eine Bittschrift an die Herzogliche Regierung  in St. Wendel, sie möge Offenbach als Amtsort bestimmen. Die Regierung ordnete darauf eine Befragung aller Einwohner der Amtsdörfer an. Nicht ein einziges Dorf wünschte die Verlegung und so blieb es bei der bisherigen Ordnung.
Das Amt Grumbach hatte seinen späteren Umfang angenommen bis auf das Dorf Ilgesheim, das erst 1834 eingegliedert wurde. Die beiden Dörfer Oberjeckenbach und Ilgesheim wurden 1939 in den Bereich des Truppenübungs­platzes Baumholder einbezogen und gingen dadurch dem Amt verloren. Infolge revolutionärer Vorgänge in der Pfalz (Hambacher Fest) und auch im Fürstentum Lichtenberg im Jahre 1832 kam das Fürstentum 1834 an Preußen.
Der Coburgische Herzog überließ sein ungeliebtes linksrheinisches Besitztum Lichtenberg dem preußischen König gegen eine jährliche Rente von 80.000 Talern. Sie wurde später durch eine einmalige Zahlung von 2,1 Millionen Talern aufgehoben. Am 25.März 1835 wurde das ehemalige Fürstentum Lichtenberg in den „Land-kreis St. Wendel“ umbenannt und in die Rheinprovinz eingegliedert.
Der Sitz der Verwaltung blieb St. Wendel. Das Amt Grumbach war nur in geringem Um­fange an den Unruhen beteiligt. Lediglich in Offenbach hatte man in der Nacht vom 1. zum 2. Juni 1832 einen Freiheitsbaum errichtet mit einer schwarz-rot-goldenen Fahne und einem Schild mit der Aufschrift: „Für Recht und Gerechtigkeit“.
Die Übernahme der Verwaltung in hiesigem Gebiet durch die Preußen erregte die Gemüter ganz erheblich. Man fürchtete die strengen preußischen Gesetze und noch viel mehr das Militärwesen. Bürgermeister Glaser schreibt
am 12. No­vember 1835 in seinem Jahresbericht an die Regierung: „Noch hat sich die öffentliche Meinung nicht ganz gebildet, der größte Teil der Verwalteten schwebt zwischen Furcht und Hoffnung, die preußischen Gesetze sind auch zu neu und den Einwohnern zu unbekannt, um über das ganze urteilen zu können. Über das Militärwesen sind die Gemüter schon ziemlich beruhigt, da der Li­niendienst nur kurze Zeit dauert und die jungen Leute nach der Dienstzeit ge­bildet zurückkommen sollen... Den kleinen Handwerkern ist die Gewerbe­steuerfreiheit ganz erwünscht ... Daß der Betrieb der Wirtschaften auf dem Lande beschränkt wird, einige ganz eingehen, findet allgemeinen Beifall...“. Schon nach einem Jahr muss Bürgermeister Glaser von mancherlei Unzufrieden­heit unter der Bevölkerung melden „ ... gegen die Klassensteuer wird als eine besonders die Mittelklasse drückende Abgabe geklagt, die Steuerstufen finden auch nicht den mindesten Beifall ... Eine andere Klage wird noch von den Eltern, welche Söhne im Militärdienst haben, geführt. Jene behaupten nämlich, die Soldaten erhielten zu wenig Nahrung, sie könnten dabei nicht bestehen. ... dass das jährliche Brennholz der Gemeinden durch Holzhauer gefällt und aufgemaltert werden muss, hat auch schon Mißfallen erregt... die Landleute klagen, dass sie ihre Schweine nur auf den Märkten verkaufen dürfen und da­durch offenbare Nachteile hätten ...“.
Auch in den nachfolgenden Jahresberichten wird immer wieder auf die wach­sende Unzufriedenheit der Ein-wohner hingewiesen. Bald sind es diese, bald jene Dinge, über die die Leute klagen. Es ist darum erstaunlich, dass die Be­teiligung der hiesigen Bevölkerung an den Unruhen des Jahres 1848 so gering war. In den Amtsprotokollen wird nur der Schneidergeselle Johann, Philipp Karl Kreischer aus Grumbach erwähnt, der am 18. September an dem Aufruhr in Frankfurt teilgenommen hatte und „unter den Getöteten vorgefunden wurde“. In Lauterecken gingen die Wogen des Aufruhrs ziemlich hoch- Auf dem „Gäserech“ standen die preußischen Ulanen zum Angriff bereit. Die Geschützrohre waren auf das Stadtzentrum gerichtet. Zwei ortskundige Ulanen, Bock von Hausweiler und Mensch von Kirrweiler, wurden als Unterhändler zu den Auf­ständischen geschickt. Die Aufständischen ergaben sich sofort.
Der Krieg des Jahres 1866, in dem Preußen gegen Österreich und die süddeut­schen Staaten kämpfte, brachte zunächst etwas Aufregung in unser Amt. Die Chronik der Gemeinde Kappeln berichtet aber voller Dankbarkeit, daß das Amt nicht nur von Kriegshandlungen, sondern auch von Einquartierungen und Kon­tributionen verschont geblieben ist. In allen Dörfern hatten die Schulkinder Wäsche und haltbare Eßwaren für die Soldaten gesammelt und an das Bürger­meisteramt in Grumbach abgeliefert.

1870 hatte es von April bis August nicht geregnet. Die Ernteaussichten waren sehr schlecht, besonders mangelte es an Futter für das Vieh. Man war genötigt, das Vieh mit Laubblättern aus dem Walde zu ernähren. Alle Besorgnisse we­gen einer Teuerung wurden aber durch den unerwartet ausgebrochenen Krieg  mit Frankreich zurückgedrängt. Man lebte in Angst und Furcht und erwartete jeden Tag den Überfall eines französischen Streifcorps. Das erste Erscheinen deutscher Truppen wirkte aber beruhigend auf die Gemüter. Die Lasten der Einquartierungen trug man gerne, besonders, als die ersten Nachrichten von deutschen Siegen in unsere Dörfer kamen. Die Kunde vom Waffenstillstand löste überall viel aus.

Am 7. Mai 1871 wurden auf den Höhen Feuer angezündet und die Beendigung des Krieges mit Reden, Liedern und Gedichten gefeiert. Viele der zurückgekehrten Soldaten trugen Orden, Ehrenzeichen und Tapfer­keits-medaillen. Bei besonderen festlichen Anlässen, bei vaterländischen Fei­ern und den Jahrestagen der Krieger-vereine legte man Orden an.
Wenn die Inhaber gestorben waren, trug man sie dem Leichenzug auf einem schwar­zen Samtkissen voran als letzte Erinnerung an jenen Krieg, der für Deutsch­lands Einheit und Bestand entscheidend gewesen war. Viele Angehörige haben später diese Auszeichnungen der Kirchengemeinde Sulzbach zu treuen Händen übergeben.  In zwei großen Glaskästen wurden die Erinnerungszeichen in der Kirche zu Herren-Sulzbach aufbewahrt mit den Namen derer, die sie erworben und getragen haben.

Grumbach um 1870

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   - Grumbach um 1870 (älteste bekannte Aufnahme) -

August 1914!  Die Bauern beginnen ihr Korn zu schneiden. Das meiste steht noch auf dem Halm. Der schrille Klang der Ortsschelle unterbricht die Arbeit der Ernte: Mobilmachung, Krieg! Aus allen Dörfern eilen die Reservisten und die Landsturmmänner zu den Waffen. Zurück bleiben die Alten, die Frauen und die Kinder.  Sie bleiben zurück mit ihrem Bangen um das Leben des Vaters, des Gatten oder des Sohnes, sie bleiben zurück mit der Arbeit in Haus, Hof und Feld. Wo früher der starke Arm des Mannes den Pflug hielt, da quälen sich nun die Frauen und die Töchter. Kinder von 8-10 Jahren sind mit dem Ge­spann auf das Feld gefahren und haben den Pflug und die Egge geführt, ha­ben die Sense in die Hand genommen und Korn geschnitten. Und wenn die Ernte eingebracht war, in die Scheunen und auf den Speicher und in die Kel­ler, klopften die Abgabe-kommissionen an die Tür. Sie schätzten den Ertrag und bestimmten das Abgabesoll. Wie mancher Zentner Kartoffeln oder Frucht wurde versteckt oder schnell auf einen Wagen geladen und in den Wald hinausgefah­ren, bis die Kommission das Dorf verlassen hatte. Es ging ja nicht nur um die Ernährung der eigenen Familie, fast jeder hatte doch Verwandte in der Stadt, die sich über ein Lebensmittelpaket freuten. Wer noch ein wenig Mit-gefühl hatte, konnte auch die vielen Menschen aus den umliegenden Städten und be­sonders aus dem Saargebiet nicht abweisen, die täglich an die Türen klopften und um eine Handvoll Weizen oder um ein paar Kartoffeln baten. So geschehen im Steckrübenwinter 1917! Wir verstehen dann die Not der Menschen, die doch nur leben und satt sein wollten, wir verstehen dann auch ihren Schmerz und ihre Bitterkeit, wenn ihnen auf dem Wege nach Lauterecken oder an der Bahn ihr Säckchen mit den paar Kartoffeln wieder abgenommen wurde.

Dann ging der Krieg zu Ende. Mit großer Freude und Dankbarkeit wurden die Soldaten auf ihrem Rückmarsch begrüßt. Die Frauen trugen Brot und Wein und manche andere Dinge herbei, um sie den Soldaten zu geben. Herzlich war der Empfang und doch voller Wehmut. Als aber die ersten Franzosen einrück­ten, war niemand  auf der Straße, die Fensterläden waren geschlossen, die Dör­fer wie ausgestorben.
1923: Inflation! Eine Flut von Reichsbanknoten und Stadtgeld ergießt sich über die Dörfer. Nur Leute, die Franken oder gar Dollars haben, können Waren kau­fen. Das Saargebiet steht unter französischer Verwaltung. Wer dort arbeitet, bekommt Franken. Viele Amtseingesessene suchten und fanden dort Arbeit. Sie waren glücklich, dass sie wertbeständiges Geld verdienten. Umso trauriger war die Lage der Beamten, Angestellten, Arbeiter und Arbeitslosen, die hier mit Reichsbanknoten entlohnt wurden. Das Geld musste in Baumholder oder Trier von Boten abgeholt werden, viele Millionen und Milliarden Mark. Oft versuchten die Franzosen, die Geldboten abzufangen und es bedurfte großer Geschick­lichkeit, die Berge von Geld auf Schleichwegen sicher nach Grumbach zu brin­gen. Es kam die Zeit, dass man für eine Milliarde Mark gerade noch ein Bröt­chen kaufen konnte. Was bedeutete es da schon, wenn ein Beamter 20 oder 50 Milliarden Mark im Monat verdiente!
Im Frühjahr 1923 waren die Franzosen vertragswidrig ins Ruhrgebiet einmar­schiert.
Die deutschen Regierungsstellen antworteten mit der Ausrufung des „passiven Widerstandes“. Alle Räder standen still. Nur nicht die der Lokomo­tiven. Die Franzosen hatten die Eisenbahn in eigene „Regie“ genommen und gaben sich Mühe, den Verkehr notdürftig aufrecht zu erhalten. Wie gerne hät­ten sie es gesehen, wenn die deutsche Bevölkerung mit den „Regiezügen“ gefah­ren wäre! Man brauchte nicht einmal eine Fahrkarte zu lösen, ja, es kam sogar vor, daß die Franzosen für einen einzigen Fahrgast einen Sonderzug einsetzten. Aber es bediente sich niemand dieser Vorteile, man fuhr lieber weite Strecken mit dem Fahrrad oder ging zu Fuß.
Diese turbulente Zeit spülte eine Bewegung an die Oberfläche, die das Rhein­land von dem übrigen Reichsgebiet loslösen wollte. Ihre Anhänger nannte man Separatisten. Wer sich ihnen entgegenstellte, wurde denunziert und ausgewiesen. So erging es dem damaligen Bürgermeister Richard Fischborn von Grumbach. Oft fuhren Separatisten auf Lastwagen durch unser Amt. Sie hatten grün-weiß-rote Binden an ihren Rockärmeln und waren mit Karabinern bewaffnet. Junge be­herzte Burschen sperrten einmal einem solchen Lastwagen mit einem Draht­seil die Straße nach Lauterecken. Als daraufhin in Lauterecken eine wüste Fahndung einsetzte, flohen die jungen Männer in die hiesigen Amtsdörfer und hielten sich hier solange versteckt, bis die Separatisten abgezogen waren. Über die Entstehung nationalsozialistischer Ortsgruppen im Amte Grumbach schreibt das Nationalblatt, die damals hier führende Tageszeitung der NSDAP, am 22. März 1941:
„Das nationalsozialistische Gedankengut war in unserem Kreisabschnitt schon seit 1925 vorhanden. Die Träger dieses Gedankengutes kannten sich gegenseitig und wurden im Anfang als Hakenkreuzler bezeichnet. Zum Zusammenschluß in Ortsgruppen kam es jedoch zunächst nicht, da hierzu die organisatorischen Kräfte fehlten.
Erst im Jahre 1930 entstand als 1. Ortsgruppe am 1. 5. 1930 die Ortsgruppe Kirr­weiler. Nun trat eine intensive
Werbung ein. Redner kamen, und so wurde am l. Oktober 1930 die Ortsgruppe Offenbach gegründet.
Es folgten nun rasch die Ortsgruppen Niedereisenbach und Wiesweiler. Nach und nach wurden die Orts­gruppen Grumbach mit Herrensulzbach und Hausweiler, Merzweiler mit Lang­weiler, Kappeln und Niederalben ge-gründet.
Auch außerhalb des Kreisabschnittes taten sich die aktiven Nazis im frühe­ren Kreise Baumholder in Orts-gruppen zusammen. Als Sitz der Kreisleitung wurde das Glandorf Offenbach am Glan bestimmt. Der National-sozialismus hat sich nun in rascher Folge ausgebreitet und erfasste bald die gesamte Bevölkerung, die sich seinem Einfluß nicht mehr entziehen konnte. Es wurde als nächstes die Hitlerjugend ins Leben gerufen, die be-gei­sterten Zustrom fand. Die Frauen schlossen sich zur NS-Frauenschaft zusam­men und entfalteten eine rege Tätigkeit.
Nach Zerschlagung des Parteiwirr­warrs entstand die Deutsche Arbeitsfront, die sämtliche Arbeiter erfasste.
Daß mit Gründung der Ortsgruppen auch sofort die SA aufgestellt wurde, war selbstverständlich. Ihr fiel die Aufgabe zu durch Propaganda, Aufmär­sche und Versammlungsschutz für die Partei zu werben. Im Jahre 1934 begann die NSV ihre Tätigkeit. „Keiner darf frieren, keiner darf hungern“. So entstand die NSDAP.

Ein weites Gebiet um Baumholder wurde als Truppenübungsplatz bestimmt. Die Aussiedlung der meisten in diesem Gebiet gelegenen Dörfer war durchge­führt, die Amtsdörfer Oberjeckenbach und Ilgesheim sollten bis zum 1. März 1939 geräumt sein. Die Zeit kam heran. Es war ein schweres Abschiednehmen von der Heimat.    Die Dörfer waren zwar klein, die Menschen nicht mit Glücks­gütern gesegnet, das Klima rauh und der Boden hart und steinig, die Arbeit eine Plage für Mensch und Tier, und doch - oder vielleicht gerade deswegen - liebten diese Menschen ihre Heimat, ihre Kirche, ihren Friedhof, ihre Häu­ser, ihre Äcker und Wiesen. Nicht draußen irgendwo in der Welt, in der Hessenau und in Mecklenburg, wohin sie ausgesiedelt wurden, nur hier in den stillen Dörfern war ihr Leben gewurzelt, nur hier hatte es einen Sinn und eine Hoffnung. Die Briefe der Aussiedler in den nachfolgenden Monaten und Jahren und besonders die Wiedersehensfeiern, die alljährlich in Oberjeckenbach statt­fanden, sind ein lebendiges Zeugnis dafür, dass die einstigen Bewohner dieser Dörfer ihre Heimat nicht vergessen haben.

Im Jahre 1938 waren Einwohner aus Ilgesheim, Ober- und Unterjeckenbach nach Mecklenburg gefahren, um die Höfe und Ländereien, die sie dort über­nehmen sollten, zu besichtigen. Mit Spannung wurde ihre Rückkehr erwartet. Bevor sie aber kamen, trafen Quartiermacher ein und suchten Unterkünfte für Bauarbeiter und andere Arbeiter. Kaum waren die Quartiere gefunden, da ka­men auch schon die ersten Omnibusse mit Arbeitern aus Berlin und Branden­burg. Auch in den umliegenden Dörfern wurden Quartiere gesucht, man sah hier Omnibusse fahren aus Berlin, Dresden, Radebeul, Aschaffenburg, Hamburg und Altona. Ihnen folgten die Baufirmen, die auf Lastwagen ihre Maschinen und Geräte brachten. Großbaustelle Unterjeckenbach und Großbaustelle Deimberg. Der Boden wurde aufgewühlt, es wurde gehämmert und gesprengt, Ko­lonnen von Lastwagen brachten das Material herbei, Holz und Eisen und Sand und Berge Zement. Morgens in der Frühe holten die Omnibusse die Arbeiter aus den Dörfern und brachten sie an die Baustellen. Oft wurde in 3 Schichten Tag und Nacht gearbeitet. An jeder Baustelle entstanden 8 große Flakbunker, die zu der 3. Zone der Siegfriedlinie (Westwall) gehörten. In Deimberg wurde auf einem freien Platz in der Mitte des Dorfes noch eine große Halle für Ge­schütze errichtet. Als die Bunker nach dem Kriege gesprengt wurden, konnte die Flakhalle erhalten bleiben. Sie dient heute friedlichen Zwecken. Man hat dort einige Wohnungen eingerichtet und einen schönen großen Saal für Veran­staltungen der Gemeinde.
Es gab in jener Zeit vieles, das auf bevorstehende besondere Ereignisse hin­deutete. Nicht nur der Truppen-übungsplatz, die Aussiedlungen und die Bunker, nicht nur die vielen Luftschutzübungen und die Einrichtung großer Lebens­mittellager in allen Amtsdörfern, es war vielmehr die ganz eigenartige Atmosphäre, von der die Menschen irgendwie erfaßt waren. Man sah diese Dinge, aber man verschloß die Augen vor der Wirklichkeit. Dann kam der Krieg. Wieder folgten die Männer dem Ruf zu den Waffen. Manche wurden ohne Stellungsbefehl des Nachts geholt, andere mussten schon wenige Stunden nach der Benachrichtigung einrücken. Dann kamen die Ein­quartierungen. Eine folgte der anderen. Die jungen Menschen im feldgrauen Rock, erfüllt von Hoffnung und Zuversicht, brachten viel Freude in unsere Dör­fer. Die Gedanken an den Ernst der Situation traten für kurze Zeit in den Hin­tergrund, brachen aber um so stärker wieder auf, wenn die Einquartierung ab­rückte und die dörfliche Stille wieder eingekehrt war.
Die Kriegsjahre gingen dahin, eins nach dem anderen. Es war Frühjahr 1945. Der Volkssturm war aufgerufen. Männer von 50 bis 60 Jahren und Kinder, eben aus der Schule entlassen, sollten Waffendienste verrichten, sollten beim Her­annahen des Feindes in den Kampf eingreifen. An den Ortsausgängen baute man Panzer-sperren, Gräben wurden ausgehoben, Baumstämme über die Wege gelegt und befestigt. Bei diesen Arbeiten standen die Frauen in Reih und Glied mit den Männern und schaufelten und schleppten Steine. Es war alles wie eine letzte Verzweiflung, wie ein Aufbäumen vor dem, was man doch nicht aufhal­ten konnte.
Als die Amerikaner kamen, räumte man schnell die Panzersperren wieder weg, um die Dörfer vor der Ver-nichtung zu bewahren. Am 19. März rückte eine ame­rikanische Panzerkolonne von Hausweiler kommend in Buborn ein. An der Brücke war noch eine Panzersperre vorhanden. Von dem hochgelegenen Buborn aus konnte man sehen, dass da der Wald brannte. Vielleicht hatten die Ameri­kaner dort Widerstand vermutet. Als sie nun nach Buborn kamen, schossen sie wahllos in die Fenster hinein. Zwei Häuser standen bald in Flammen. Nur mit Mühe konnte man verhindern, dass sie völlig abbrannten. Immer wieder wurde geschossen. Zwei in Buborn zurückgebliebene russische Landarbeiter fanden hierbei den Tod.
Zwischen Langweiler und Unterjeckenbach hatte sich eine Gruppe deutscher Soldaten festgesetzt. Sie versuchten, die anrückenden Amerikaner aufzuhalten. Der kurze Widerstand kostete 5 deutschen Soldaten das Leben. Einige Häuser in Langweiler wurden von Granaten getroffen und beschädigt. Nachher hielten sich noch in allen Dörfern deutsche Soldaten versteckt, aber niemand hat sie den Amerikanern verraten.
Der Krieg war zu Ende. Nun wartete man auf die Rückkehr der Kriegsgefange­nen. Von vielen Soldaten wusste man, dass sie nicht mehr kommen würden, sie waren gefallen oder vermisst. Jahre vergingen, bis die letzten Kriegsgefange­nen heimgekehrt waren. Es gab keine Wiedersehensfeiern. Still und unbe­merkt, wie sie einst ausgezogen waren, kehrten sie in ihre Heimatdörfer zurück.
Um den Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften während des Krieges zu beheben, hatte man den Landwirten polnische und russische Zivilarbeiter als Arbeitshilfe zugeführt. Nach dem Einrücken der Amerikaner kamen diese Leute in ein Lager bei Baumholder. Kleinere und größere Gruppen brachen nun fast täglich aus dem Lager aus, um in der umliegenden Gegend Plünde­rungszüge zu unternehmen. Viele trugen amerikanische Uniformen und waren mit Karabinern und Maschinenpistolen bewaffnet. Sie drangen in die Dörfer ein und raubten unter Drohen und Schlägen, was ihnen in die Hände fiel, be­sonders Branntwein und Lebensmittel. Die Ortseingesessenen organisierten eine Bürgerwehr, die mit Knüppeln, Sensen und Mistgabeln ausgerüstet war. Einige hatten auch noch ein Gewehr. Wenn sich ein Haufe einem Dorf näherte, wurde die Sturmglocke geläutet, die Männer liefen zusammen, um ihr Hab und Gut zu schützen.
In den letzten Märztagen 1945 stand unvermutet eine Gruppe von 5-6 Leuten vor dem Anwesen Brennerei Bender in Herren-Sulzbach und begehrte stür­misch Einlaß. Als wenige Minuten später schon die Glocken läuteten, liefen sie weg, ohne etwas mitzunehmen.

In Homberg trug sich folgendes zu: Ein Holzfuhrwerk aus Deimberg näherte sich dem Schönbornerhof.

Plötzlich kamen aus dem an der Straße liegenden Wald etwa 8 -10 Leute, nahmen das Fuhrwerk mit Gewalt an sich und entlu­den es in der Nähe des Schönbornerhofes. Dort hatte unterdessen eine gleiche Anzahl Leute das Haus durchsucht und eine Menge Wäsche und Lebensmittel gestohlen. Sie luden alle Sachen auf das Fuhrwerk und fuhren damit weg. Am Abend des gleichen Tages taten sich die Bürger von Homberg zu einer Wider­stands-gruppe zusammen, weil sie vermuteten, dass noch weitere Überfälle statt­finden würden. Schon am nächsten Tag erschienen diese Leute wieder in der Nähe des Hofes. Das Fuhrwerk führten sie mit sich. Die Einwohner von Hom­berg eilten herbei und gaben mehrere Schüsse auf die Eindringlinge ab. Diese flohen sogleich in den Wald und ließen sich nicht wieder sehen.
Der Besitzer der Tiefenthaler Mühle zwischen Langweiler und Unterjeckenbach berichtet: „Im Burgwald bei Langweiler hatten sich 20-22 Mann ein­genistet, die nicht in das Lager nach Baumholder gekommen waren. Sie waren jeden Tag in den Dörfern und nahmen mit, was ihnen in die Hände fiel. Jeder trug ein Gewehr und wenn sie in die Dörfer kamen, schossen sie, um Angst einzuflössen. Bald fürchteten sie sich aber, in die Dörfer zu gehen, denn wenn sie kamen, läuteten die Glocken Sturm und die Bevölkerung wehrte sich, so gut sie konnte. Da mussten nun die allein stehenden Gehöfte herhalten. Zwei­mal konnte ich sie vor der Tür festhalten. Am 30. April kamen sie zum dritten Mal und fuhren mit einem Lastwagen bis vor meine Haustür. Ich hatte eine Mistgabel in der Hand, mit der ich mich verteidigte. Sie drangen aber ins Haus ein und 3 Mann mit einem Gewehr in der Hand hielten in der Küche meine Frau und meine Töchter fest. Als dann ein Schuß fiel, wollte ich in den Stall, um zu sehen, was los sei. Da hielten mich 5 Mann fest. Sogleich kam auch einer aus dem Stall und schlug mich mit dem Kolben zusammen. Über eine Stunde blieben sie im Hause und durchstöberten alle Schränke und Truhen. Als aus Langweiler Männer zur Hilfe kamen, warfen die Polen Handgranaten, sobald einer sich dem Hause näherte. Sie raubten Eßwaren, Kleider, Wäsche, Schuhe, ein Faß Wein, ein fettes Schwein und vieles andere, luden alles auf den Last­wagen und fuhren davon. In einem Gehöft, das in der Nähe liegt, ereigneten sich ähnliche Vorgänge“.
In Kirrweiler stand die Brennerei Werner im Mittelpunkt der Geschehnisse. Auch hier fuhren die Polen mehr-mals mit einem Lastwagen mit amerikani­schen Kennzeichen vor und luden die gefüllten Fässer auf das Auto. Einmal kamen 7 oder 8 Mann in amerikanischen Uniformen und durchsuchten das ganze Haus. Einige Ein-wohner von Kirrweiler, die gerade anwesend waren, wurden mit Maschinenpistolen in Schach gehalten. Die Polen raubten Uhren, Wäsche und Lebensmittel. Am 30. April kamen sie wieder mit einem Lastwagen, um Fässer aufzuladen. Die Einwohner von Kirrweiler wurden alarmiert und es kam zu einem Handgemenge, bei dem einer der Polen entwaffnet wur­de. Von beiden Seiten wurde geschossen, bis die Polen schließlich fluchtartig das Dorf verließen. Abends waren sie aber mit mehreren Autos und einer großen Verstärkung wieder da. Sie umstellten die Brennerei, brachten Ma­schinengewehre in Stellung und schossen durch die Türen und Fenster. Die Hausbewohner und ein Nachbar versteckten sich im Stroh, um nicht erschossen zu werden. Julius Schneider aus Kirrweiler, der sich gerade vor seinem in der Nähe liegenden Hause befand, wurde von einer Kugel getroffen und starb bald danach. Vier Stunden dauerte der Überfall, dann zogen die Eindringlinge wieder ab.
Ende Mai 1945 wurde das Russen- und Polenlager in Baumholder aufgelöst. Die Plünderungen dieser Art hörten auf. Bald kamen die Beschlagnahme-Kom­missionen.
Viele der in Oberstein, Nahbollenbach und Baumholder stationierten fremden Soldaten ließen ihre Familien nachkommen. Die erforderlichen Möbel und Ein­richtungsgegenstände sollten die Ämter und Gemeinden liefern.
Jedem Dorf wurden bestimmte Auflagen gemacht, die alle reibungslos durchgeführt werden konnten. Die abge-gebenen Gegenstände deckten aber nicht den Bedarf. Es kam dahin, daß große Lastwagen in unsere Dörfer fuhren und Haus für Haus durchstöbert wurde. Ganze Zimmereinrichtungen, manchmal zwei oder drei in einem Hause, wurden aufgeladen und fortgefahren. Gardinen, Wäsche, Tep­piche, Bestecke, Sessel, Glas- und Kristallsachen, nichts war vor dem Zugriff der Beschlagnahmekommission sicher.

Kaum ein Dorf im Amtsbezirk blieb ver­schont. Zu diesen Nöten kamen in jener Zeit noch mancherlei Sorgen um die Ernäh­rung und Bekleidung. Die Ernte der ersten Nachkriegsjahre war mittelmäßig bis schlecht. Nirgends konnte man etwas kaufen. Darum tauschte man, was man hatte, gegen das, was man brauchte. Findige Leute eröffneten eine Tausch­zentrale. Fette und Öle waren besonders begehrte Artikel. Die Bauern bauten Raps an. Kleine Ölpressen gingen von Haus zu Haus. In den Gärten wuchsen Tabakpflanzen. Gärkästen bastelte man sich selbst, kleine Schneidemaschinen konnte man unter der Hand erstehen. Oft kamen die Marktprüfer ins Dorf. Sie suchten Kartoffeln und Frucht oder zählten die Hühner. All diese Dinge wurden mit Gleichmut, meist sogar mit Humor getragen. Man spürte ja von Tag zu Tag, dass alles leichter wurde. Die Gedanken hingen nicht so sehr an den Entbehrungen der Gegenwart, sie eilten der Zeit voraus in eine bessere Zukunft hinein. Man konnte wieder hoffen. Diese Tatsache kennzeichnet die geistige und seelische Haltung der Menschen in den Jahren nach dem 2. Weltkriege.

Heimatvertriebene

Aus den Zeitungen hatte man schon viel von den Menschen erfahren, die ge­gen Ende des Krieges ihre ost-deutsche Heimat verlassen mussten und seither notdürftig in Lagern untergebracht waren. Eine persönliche Begegnung hatte man hier mit den Heimatvertriebenen noch nicht gehabt. Erst im Jahre 1950 wurden die  ersten Heimatvertriebenen dem Amt Grumbach zugewiesen. Alle Dörfer stellten Wohnungen bereit, die ihnen als vorläufige Bleibe dienen soll­ten. In Weierbach hatte man ein Notaufnahmelager eingerichtet. Von da ka­men im Laufe der nächsten Jahre 637 Flüchtlinge und Heimatvertriebene in das Amt Grumbach. Die Aufnahme war herzlich und die Zugezogenen kamen auch bald in ein gutes Einvernehmen mit der Bevölkerung. Die Unterbringung bei hiesigen Familien war jedoch auch nur eine Notlösung. Die Gemeinden gingen darum dazu über, besondere 2-, 4- und 6-Familienhäuser zu errichten, um dadurch ausreichende Wohngelegenheit zu schaffen. Es entstanden im Amt 13 neue Häuser, die 47 Familien aufnehmen konnten.
Die Arbeitsbeschaffung bereitete Schwierigkeiten, weil innerhalb des Amtes und in unmittelbarer N ähe keine geeigneten Arbeitsplätze frei waren. Viele Heimatvertriebene suchten darum eine Wohnmöglichkeit außerhalb des Amtes, wo sie Arbeit und Existenz zu finden hofften. Sie wurden dabei in großzü­giger Weise von der Amts- und Kreisverwaltung unterstützt, so dass die Be­mühungen in fast allen Fällen Erfolg hatten.

Schienenverkehr und Straßenverkehr

Die Reisenden, die am Bahnhof Lauterecken-Grumbach in den Zug steigen, wis­sen wohl kaum noch, wieviel Mühe und Arbeit es kostete, wie viel Eingaben vorgelegt werden mußten, wieviel Verhandlungen stattgefunden haben, wie viel Hoffnungen die Menschen beseelte und wieviel Enttäuschungen hingenommen werden mussten,
wie viel Jahre dahingingen, ehe es zum Bau der Bahnlinien Lauterecken-Staudernheim und Lauterecken-Altenglan kam. Als 1860 die ersten Z üge der Nahe entlang fuhren, glaubte man, daß die Zeit gekommen sei, auch die hiesige Gegend verkehrsmäßig zu erschließen. Am 21. Mai 1860 legte der Amtsbürgermeister Krämer von Grumbach dem Regie­rungspräsidenten von Trier eine Denkschrift vor, in der er die Notwendigkeit einer Glanbahn aufzeigte. Die Antwort blieb aus. Es wurden aber überall in der Pfalz und im Rheinland Eisenbahnen gebaut und diese Tatsache ermu­tigte zu immer neuen Eingaben. Viele Einwohner,  nicht nur aus dem Amt Grumbach, sondern aus allen Orten zwischen Staudemheim und Altenglan, taten sich zusammen, um ihren Wünschen mehr Nachdruck verleihen zu kön­nen. Sie gründeten 1872 eine „Glantal-Eisenbahn-Aktien-gesellschaft“, die von einem Komitee geleitet wurde. Das Komitee ließ  Wertpapiere drucken und verkaufte diese an jeden, der sie haben wollte. In Offenbach erwarben 25 In­teressenten 43 Eisenbahnaktien, in Grumbach 12 Interessenten 16 Aktien, in den übrigen Dörfern wurden insgesamt 18 Aktien verkauft. Nun ging das Gerücht, dass in kurzer Zeit eine Bahnlinie Lauterecken-Kaiserslautern gebaut werden solle. Dieses Gerücht veranlaßte den Bürgermeister Föllinger von Grumbach, einen langen Bericht an den Minister für Handel und Gewerbe, Dr. Achenbach in Berlin, zu schreiben. Er versuchte den Minister da­von zu überzeugen, dass die Lautertalbahn den Verkehr an sich ziehen und für die preußischen Ortschaften dadurch ein großer Schaden entstehen würde. Der Minister lehnte kühl ab. Auch die bayerischen Regierungsstellen, die von Orten der Pfalz angeschrieben worden waren, zeigten kein großes Interesse für den Bau einer Glanbahn. Nun fügte es sich im Juni 1874, dass der Minister Dr. Achenbach unsere Ge­gend bereiste. Bei dieser Gelegenheit sollte das Bahnprojekt erneut an ihn herangetragen werden. Die Besprechung fand auch statt, verlief aber ergebnis­los.
Die Jahre gingen dahin. Die Eingaben an die preu ßische und an die bayerische Regierung wurden immer zahlreicher und dringlicher. Alle Mühe blieb vergeblich.
Da berief das Komitee der „Glantal-Eisenbahn-Aktiengesellschaft“ eine Generalversammlung auf den 16.    April 1882 ein. Die Ver­sammlung beschloß einstimmig die Auflösung der Gesellschaft und den Rück­kauf der ausgegebenen Aktien aus dem noch vorhandenen Stammkapital. Nach ganz kurzer Zeit wurde in Berlin der bisherige Handelsminister durch Herrn Maybach abgelöst. Nun gingen die Berichte und Vorlagen von neuem hin und her, man wies auch auf den strategischen Wert der Bahn hin und war hocherfreut, dass der neue Minister sich der Sache annahm. Noch bevor die An­gelegenheit dem preußischen Landtag vorgelegen hatte,   ließ der Minister 1885 die Vorarbeiten für die Teilstrecke Lauterecken-Staudernheim durchführen. In der Landtagssitzung vom 29. März 1886 wurde das Glantalprojekt verhandelt. Der Abgeordnete Dr. Lotichius befürwortete den Bahnbau mit sehr warmen Worten und meinte, daß die hiesige Steinindustrie durch den Bahnbau eine be­achtliche Belebung erfahren würde. Am 21. Februar 1888 verhandelte der Land­tag wieder  über den Bahnbau. In keiner der beiden Sitzungen kam es zu einer Abstimmung, weil man den Eindruck hatte, dass das Interesse der bayerischen Regierung an dieser Bahn nicht allzu groß sei.

Man muss die Zähigkeit des Bürgermeisters Föllinger und seines befreundeten Kollegen aus Kusel bewundern. Sie - und sicherlich noch viele andere Amts­stellen - richteten aufeinander abgestimmte Eingaben in einer solchen Fülle an Minister, Regierungsstellen und Eisenbahndirektionen, dass der Erfolg schließlich nicht ausbleiben konnte. Die Lautertalbahn hatte man unterdessen gebaut und 1889 fertig gestellt. Nun kam man auch über die Glantalbahn ins Gespräch. Am 22. Dezember 1891 veröffentlichte der „Allgemeine Anzeiger“ in Meisenheim den Vertrag zwischen Preußen und Bayern, der „den Bau und Be­trieb der fraglichen Eisenbahn ... in Aussicht nimmt und hierdurch lang ge­hegte Wünsche der beteiligten bayerischen und preußischen Bevölkerung in ei­ner für beide Staatsregierungen annehmbaren Weise der Erfüllung zuführt.“ Die Strecke von Lauterecken nachStaudernheim wurde am 26. Oktober 1896 einge­weiht. Die Feier dieses Ereignisses war ungewöhnlich eindrucksvoll. Unter den 92 Ehrengästen war niemand aus dem Amt Grumbach.

Die Vorbereitungen für den Bau der Strecke Lauterecken-Altenglan wurden unterdessen weiter betrieben.     Das Amt Grumbach sollte 119 000 Mark Grund­erwerbkosten übernehmen. Als man von dieser Auflage erfuhr, erregten sich die Gemüter außerordentlich. Erst nach langen und schwierigen Verhandlungen erzielte man    eine Einigung. Der Kreis stellte eine Beihilfe von 50 % der gefor­derten Summe in Aussicht, das Amt Grumbach übernahm 25 % und der Rest sollte von den beteiligten Gemeinden aufgebracht werden. Diesbezügliche Be­schlüsse wurden dann auch sehr bald von allen Gemeindevertretungen gefasst. Dann gab es wieder neue Schwierigkeiten. Bayern hatte Sonderwünsche we­gen der Linienführung und Preußen stellte das Projekt 7  Jahre zurück. Die Eingaben an die Regierung lassen von nun an viel Enttäuschung und Bitter­keit erkennen: „Wir werden immer nur hinausgedrängt ... es ist nicht einzusehen . . . unser Schicksal ist besiegelt . . .“, das sind Redewendungen in Ein­gaben an Minister und Abgeordnete.
Der Bau war aber nicht mehr aufzuhalten. Deutsche und italienische Arbeiter und Handwerker haben geschafft, die Erde bewegt und gebaut. Der damalige Lehrer Dessauer von Offenbach schreibt am 2. September 1903 in seine Schul­chronik: „Der Bau der strategischen Eisenbahn schreitet jetzt rüstig voran. Die Firma Grün und Billfinger ist jetzt an der letzten Glanverlegung und hofft in zwei Monaten den Unterbau der Glanbahn voll-endet zu haben. Die Hoch­bauten sind jetzt, nachdem der letzte Bahnhof in Wiesweiler unter Dach ge­bracht ist, soweit, daß mit der inneren Ausstattung begonnen werden kann.“
Am 1. Mai 1904 wurde die Strecke Lauterecken-Altenglan dem Verkehr über­geben. Man feierte aber kein rauschendes Fest. Eine damals hier erscheinende Zei­tung hatte nur 4 Zeilen für dieses Ereignis übrig.
Die neuerbaute Eisenbahn hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sich die Steinindustrie im Amte Grumbach so entfalten konnte, wie das in den Jahren nach 1900 der Fall gewesen ist. Sie hat aber auch eine große Bedeu­tung gewonnen für das Bauwesen, für den Handel und das Gewerbe. Die Frachtgüter und Waggonladungen brauchten nun nicht mehr von weit entfernt liegenden Bahnhöfen abgeholt oder dorthin gebracht zu werden. Über das Aus­maß des Güterverkehrs aus dem hiesigen Amt berichtet eine Aufstellung aus dem Jahre 1899, einer Zeit, als nur das Teilstück Lauterecken-Staudern­heim in Betrieb war. In diesem Jahre 1899 wurden am Bahnhof Lauterecken aus den Dörfern Kappeln, Merzweiler, Langweiler, Unter- und Ober-jeckenbach, Ilgeshelm, Kirrweiler, Sulzbach, Homberg, Buborn und Hausweiler - aus den anderen Dörfern lagen keine Zahlen vor - 12490 Zentner landwirt­schaftliche Produkte zum Versand aufgegeben.
Die bisher zweigleisige Strecke soll in kurzer Zeit nur eingleisig betrieben werden. Aus Gründen der Wirtschaft-lichkeil: will man 39 km Bahngleise de­montieren. Die Bundesbahndirektion Mainz hat am 14. Juli 1959 einen dies­bezüglichen Antrag an das Ministerium für Wirtschaft und Verkehr in Rhein­land-Pfalz gerichtet.
Mit Recht wehren sich die Amtssteilen der Kreise Kreuznach, Birkenfeld und Kusel gegen dieses Vorhaben,  weil diese Eisenbahn für die Dörfer am Glan lebenswichtig ist. Man erstrebt ein Stillhalteabkommen von 5 Jahren und meint, dass durch die Rückgliederung der Saar eine Belebung des Personen- und Güterverkehrs   auf dieser Strecke zu erwarten sei.
Neben den Schienenfahrzeugen haben die Straßenfahrzeuge eine immer grö­ßere Bedeutung angenommen.
Schon vor dem 2. Weltkriege gab es im Amt Grumbach mehrere Postomnibuslinien. Nach dem 2. Weltkrieg haben die Bundesbahn und private Omnibusunternehmen weitere Linien eingerichtet, so dass alle Amtsdörfer mit den großen Städten der Umgebung verkehrsmäßig gut verbunden sind. Außer­dem haben die meisten Geschäftsleute und auch viele Privatpersonen sich einen Personenkraftwagen angeschafft. Mehr als 200 Personenkraftwagen sind am Amt zugelassen, dazu noch viele Motorräder und Mopeds in den Jahren 1961/62 wurde die Umgehungsstraße von Langweiler nach Lauterecken fertig gestellt.

Post - Telegraph - Telefon

Bis zu Beendigung der Coburgischen Zeit gab es im Amte Grumbach keinerlei postalische Einrichtungen im heutigen Sinne. In Grumbach lebte der Rundbote Stumm, der hin und wieder nach St. Wendel reiste, um dort angekommene Post in Empfang zu nehmen und hier an die Adressaten weiterzuleiten. Am 15. Juni 1835  wurden in Baumholder und Grumbach die ersten Postan­stalten in hiesiger Gegend eingerichtet. Dreimal in der Woche kam nun die Bo­tenpost von Baumholder. Früh um 5 Uhr ging der Bote in Baumhol­der weg und mußte abends wieder zurück sein. Mehr als 40 Pfund durfte er nicht tragen, damit ihm die Reise nicht zu beschwerlich würde. Ankommende Pakete wurden nicht nach Grumbach befördert, sie mußten vom Empfänger in Baumholder oder Kirn abgeholt werden. Am 2. Mai 1850 fuhr zum ersten Mal eine Cariolpost für 4 Personen und seit diesem Tage regelmäßig 4 mal in der Woche von St. Wendel über Baumholder nach Grumbach und seit dem 30. August 1853 eine solche regelmäßig 3 mal in der Woche von Grumbach nach Kirn.

Die Beförderung der Post innerhalb des Amtes war Sache der Bürgermeiste­reiboten. Sie brauchten die Briefe aber nicht auszuhändigen, wenn die Emp­fänger nicht eine besondere Gebühr zahlten. 1853 wurde der „Communal-Botendienst“ aufgehoben und es wurden Landbriefträger angestellt. Zugleich wurden die Ge-meinden aufgefordert, hölzerne Briefkästen aufzustellen, die von dem Landbriefträger geleert werden sollten. Es ist erstaunlich, wie stark der Widerstand der Gemeinden gegen die Briefkästen war, fast alle lehnten dieses Ansinnen ab. Der Schöffenrat von Niederalben meinte, täglich würden doch Leute nach Grumbach gehen, gegen ein geringes Entgelt würden sie gerne die Briefe dorthin mitnehmen. In einer Verfügung der Oberpostdirek­tion Trier aus dem Jahre 1860 heißt es, dass die Bewohner der mit einem Briefkästen versehenen Häuser auch die Tafeln mit den Posttarifen und anderen Bekanntmachungen aufhängen sollen und in ihrem Hause eine bestimmte Men­ge von Freimarken zum Verkauf deponieren möchten. Mit dieser Verfügung waren die heute noch bestehenden Postagenturen geschaffen worden. Am 28. Juli 1878 richtete Bürgermeister  Föllinger ein Gesuch an die Kaiser­liche Oberpost-Direktion in Trier und bittet um die Einrichtung von Telegra­phenstationen in Offenbach, Grumbach und Sien. Nach 8 Monaten traf die Antwort ein: „Am 1. April 1879 werden in Grumbach und Offenbach mit den Ortspostanstalten vereinigte Telegraphenanstalten mit Fernsprechein-richtung eröffnet werden“. Im gleichen Jahre wurden von Grumbach aus 106 und von Offenbach aus 359 Telegramme aufgegeben und im Jahre 1880 beförderte die Telegraphenstation in Grumbach 145 und die in Offenbach 416 Telegramme. Wenige Jahre später, 1891, erhielten Niedereisenbach und Neuwirtshaus je eine weitere Telegraphenstation. Auch Oberjeckenbach sollte 1899 eine solche bekommen, aber man konnte sich wegen einer Summe von 34 Mark nicht eini­gen und so unterblieb die Einrichtung. Dafür wurde dann am 1. März 1900 in Unterjeckenbach eine Posthilfsstelle errichtet und der Ortsvorsteher Kreischer mit der Wahr-nehmung beauftragt.
Der Umfang des Briefverkehrs im Amt Grumbach war gegen Ende des vori­gen Jahrhunderts schon erstaunlich groß. Im Jahre 1888 kamen bei der Postan­stalt in Grumbach 26.910 und bei der Postanstalt in Offenbach 38.038
Briefe an und es wurden fortgeschickt von Grumbach 22.724 und von Offenbach 32.552 Briefe ohne die übrigen
Postsachen, wie Drucksachen, Zahlkarten und dergleichen.

Stromversorgung

Wie das damals anfing, erzählt uns die Schulchronik von Offenbach in einem Bericht vom 3. September 1903.
„Wer heute seinen Weg über die Glanbrücke nach Hundheim nimmt, gewahrt rechts der Einmündung des Mühlenteiches eine auffallende Veränderung. Wo noch vor kurzer Zeit das Klappwerk der Mühle seine monotonen Weisen ge­schäftig leierte und die Wasserräder sich ächzend bewegten, da kreist mit ra­sender Geschwindigkeit jetzt geräuschlos die Turbine. Auf den Dachfirsten er­glänzen die weißen Isolierglocken, als ob sie jedem Fremden verkünden woll­ten, dass nun auch Offenbach im Zeichen des Lichtes und der elektrischen Kraft stehe. Ein im Freien aufgestellter elektrischer Motor neuester Konstruktion vermittelt bereits den Antrieb einer großen Dreschmaschine, die seit einigen Tagen in Betrieb ist. Manchem will es gar nicht in den Kopf, dass ein kaum federhalterdicker Draht eine so energische Kraft zu übertragen vermag. Die Probebeleuchtung fiel glänzend aus ...“
Im Dezember 1903 schloß der Mühlenbesitzer Huth von Offenbach mit der Gemeinde einen Stromlieferungs-vertrag und belieferte von da ab die Gemein­den Offenbach, Hundheim und Merzweiler mit elektrischem Strom. Im Mai 1928 ging dieser Vertrag auf die „Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk-Ak­tiengesellschaft“ in Essen über. Das Elektrizitätswerk Huth in Offenbach lieferte Strom in das Hochspan-nungsnetz. Einen ähnlichen Vertrag schloß 1921 der Mühlenbesitzer Leppla von Nieder­eisenbach mit den Gemeinden Niedereisenbach und Hachenbach und versorgte aus seiner Stromerzeugungsanlage diese beiden Gemeinden mit Strom. Dieser Vertrag ging ebenfalls 1928 auf das RWE über, das die Leppla´sche Anlage eingehen ließ.
In den übrigen Dörfern erfolgte der Ausbau der Hochspannungsnetze und die Inbetriebnahme derselben in den Jahren 1921 und 1922. Der Restkreis St. Wendel kaufte den Strom von Nachbarwerken und verkaufte ihn in eigener Regie an die einzelnen Abnehmer, trat aber 1927 alle Einrichtungen und Konzessionsrechte an die KWE-Aktiengesellschaft in Essen ab, die von nun an das Stromgeschäft über ihre Betriebsverwaltung Idar unterhielt und heute noch unterhält.
Die Betriebsverwaltung des RWE in Idar-Oberstein unterhielt in Grumbach eine Bezirksstelle mit 3 Monteuren, die das Netz laufend überwachten und Ver­besserungen und Erneuerungen durchführten.
Das große Ausmaß der Stromabnahme im Amt Grumbach ist bedingt durch die vielseitige Verwendungs-möglichkeit des elektrischen Stromes in den Werk­stätten, den landwirtschaftlichen Betrieben und besonders in den Haushaltun­gen. Allein 800 elektrische Herde sind im Amt Grumbach bei der letzten Zäh­lung festgestellt worden. Die Kirchen in Herren-Sulzbach, Wiesweiler, Offen­bach und Niedereisenbach werden elektrisch be-heizt, die neuerbaute Schule in Grumbach hat eine elektrische Heizanlage, die mit Nachtspeicheröfen arbeitet.

Wasserversorgung

Das größte Gruppenwasserwerk des Amtes befindet sich in Offenbach. Es ver­sorgt die Amtsdörfer Offenbach, Wiesweiler und Niedereisenbach sowie die pfälzischen Dörfer Hundheim und Hachenbach.
Im Jahre 1952 schlossen sich die Gemeinden Herren-Sulzbach, Homberg und Kirrweiler und etwas später auch Deimberg zusammen und gründeten den „Zweckverband Gruppenwasserwerk Bergzone“. In wenigen Jahren gelang es, diese Gemeinden ausreichend mit Wasser zu versorgen. Die Gemeinde Unterjeckenbach hat seit 1908 eine eigene Wasserleitung, Lang­weiler seit 1909, Grumbach seit 1910, Niederalben seit 1913, Kappeln seit 1957 und Merzweiler hat sich an Langweiler angeschlossen.

Industrielle Anlagen

Eine für das Wirtschaftsleben im Amte Grumbach bedeutende industrielle An­lage ist der Steinbruchbetrieb Karl Holzer in Grumbach hart an der Grenze nach Lauterecken.
In diesem Bruch werden die Hartsteine gewonnen, die im Volksmund „Blauwacken“ genannt werden. Aus diesen Steinen werden Pflastersteine herge­stellt, Schotter in allen Körnungen und Steinsand.
In der ersten Zeit nach der Inbetriebnahme im Jahre 1897 waren 25 Leute in dem Steinbruch beschäftigt.  Durch Erschließung eines Felsenrückens, der sich von West nach Ost erstreckt, entlang des Lochbachtales,  einer Wand von 400 m Län­ge und 45 m Höhe, wurden weitere Arbeitsplätze geschaffen und gleichzei­tig wurde die Leistungsfähigkeit des Betriebes erhöht. Die Belegschaftsziffern stiegen auf 160 und 180 Beschäftigte im Jahr. Für den Abtransport der gewonnenen Materialien wurde eine Kleinbahn gebaut, die die Fertigfabrikate an das Anschlußgleis nach Lauterecken-Grumbach zur Verladung brachte. Obwohl heute ein großer Teil der Produktion mit Last­kraftwagen transportiert wird, hat die Kleinbahn doch noch eine große Be­deutung für den Versand.
Bis zu den Jahren 1911/12 wurden die Gesteinsmaterialien ausschließlich durch Handarbeit gewonnen, ge-fördert und zerkleinert. Im Zuge der Technisierung wurden dann Steinbrecher zur Herstellung von Schotter angeschafft, dann eine moderne Bohranlage mit Kompressoren und Bohrhämmern, Abraumgeräte für die Beseitigung von Erdmassen, eine Edelsplittaufbereitungsanlage und in den Fünfzigern eine Teermischanlage, so dass der ganze Betrieb weitgehend durch­mechanisiert wurde.
Die Pflastersteine wurden an viele Straßenbaustellen in Rheinland, Westfalen und Hessen versandt. Grumbacher Pflastersteine finden wir auf den Brücken der Städte Koblenz, Trier und Mainz, auf vielen Straßen in Köln, Aachen, Ko­blenz, Trier, Mainz, Wiesbaden, Darmstadt, Heidelberg und in den Städten des Ruhrgebietes und des norddeutschen Gebietes bis nach Emden und Schles­wig-Holstein, Grumbacher Schotter auf den großen Fernverkehrs-Durchgangsstraßen, auf den Autobahnen und den Brücken des Rhein- und Moseltales. Grumbacher Steine fanden wir aber auch in Frankreich, Luxemburg, Belgien und Holland. Die letztgenannten Märkte sind durch den 2. Weltkrieg verloren gegangen.